Baustein 2: Bewegungs-Typ und Beharrlichkeit

MAN BRAUCHT NICHTS
IM LEBEN ZU FÜRCHTEN,
MAN MUSS NUR ALLES VERSTEHEN
Marie Curie
FOLGESCHÄDEN & SCHICKSALE

Die verschiedenen Diabetesformen können unterschiedliche Organe, wie z.B. Niere, Auge, Herz und Fuß, schädigen.
Diabetes und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind eng miteinander verbunden.
Bei Diabetikern Typ2 kann schon Jahre vor der Diagnose eine Fettstoffwechselstörung und häufig auch ein erhöhter Blutdruck vorliegen. Mit dem erhöhten Blutzucker bilden diese Veränderungen die Grundlage für eine aggressiv fortschreitende Gefäßverkalkung. Somit kann ein über Jahre schlecht behandelter oder nicht behandelter Diabetes zu Schäden an der Netzhaut, den Nieren und den Nerven ebenso wie zu Gefäßverengungen oder Verschlüssen an großen Gefäßen führen, die dann in weiterer Folge Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen:

DIE ÜBLICHEN 4 STUFEN DER TYP2-BEHANDLUNG

Zur Diabetes-Behandlung gehört die regelmäßige Verlaufskontrolle von

  • Körpergewicht
  • Blutfette (Lipidstatus): Gesamtcholesterin, HDL, LDL und Triglyzeride
  • Blutzucker, Langzeitblutzucker (HbA1c-Wert)
  • Blutdruck
  • Ruhe-EKG, ggf. Belastungs-EKG und Herz-Echo
  • Urinuntersuchung auf Mikroalbuminurie (Eiweißausscheidung im Urin, Nierenfunktion), Bestimmung des Serum-Kreatinins (Nierenfunktion)
  • Untersuchung des peripheren Nervensystems, also der Nerven in Armen und Beinen, Untersuchung der Gefäße am Bein
  • Fußinspektion zum Ausschluss von Nerven- und Durchblutungsstörungen
  • Augenuntersuchung
    •  
DIABETES-STUFENTHERAPIE

Die Diabetes-Behandlung setzt sich, je nach Schweregrad und Krankheitsentwicklung, aus verschiedenen Stufen zusammen. Oberstes Ziel der Diabetes-Behandlung ist eine stabile, nachhaltige Normalisierung der Blutzuckerwerte. Die Diagnose “Diabetes Typ2” bedeutet nicht automatisch die sofortige Einnahme von Medikamenten. 

Zunächst wird versucht, mit Hilfe einer Ernährungsumstellung und einem Bewegungsprogramm das Senken von:

    1. Bluthochdruck
    2. erhöhter Blutfettwerte
    3. der Blutzuckerwerte und
    4. anderer Risikofaktoren nachhaltig zu erzielen

Diese Maßnahmen werden unter dem Begriff “Basistherapie” des Diabetes Typ2 zusammengefasst.

STUFE 1 (BASISTHERAPIE, GILT ZUSÄTZLICH AUCH FÜR ALLE WEITEREN THERAPIESTUFEN)

In den frühen Phasen kann diese Stoffwechselerkrankung durch eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung behandelt werden. Erstes Ziel ist es, den Blutzuckerspiegel vor allem durch Lebensstiländerungen zu senken. Im Vordergrund steht der Abbau von übergewicht durch fettarme, ballaststoffreiche Ernährung und vermehrte körperliche Aktivität. Dies ist jedoch häufig extrem schwierig. Es sollte jedoch versucht werden, das Körpergewicht um 5 bis 10% zu senken.

STUFE 2 (ORALE ANTIDIABETIKA)

Erst wenn es über gesteigerte körperliche Aktivität und gesündere Ernährung während mehrerer Monate (max. 3 bis 6 Monate) nicht gelingt, die Blutzuckerwerte durch Lebensstiländerungen zu verringern, kommen Diabetes-Medikamente zum Einsatz. Dazu zählen Diabetes-Medikamente in Tablettenform (orale Therapie). Meist wird dabei zuerst die Substanz Metformin gegeben. Die Therapie mit oralen Antidiabetika – um – um die Zuckerverwertung im Körper bzw. die Insulinausschüttung verbessern – ist bei Diabetes Typ 2 nur dann möglich, wenn die körpereigene Insulinproduktion noch funktioniert.
Bei oralen Antidiabetika gibt es unterschiedliche Wirkprinzipien.
Als Beispiel führe ich hier nur Metformin an. Metformin vermindert die Zuckerproduktion in der Leber, verbessert die Insulinempfindlichkeit und das Mittel der ersten Wahl, vor allem bei übergewichtigen Typ 2 Diabetikern. Dieser wird zur besseren Verträglichkeit nach den Mahlzeiten eingenommen. Die Behandlung wird meist mit niedrigeren Dosen begonnen und dann im Abstand von einigen Tagen erhöht. Dadurch wird das Risiko von Nebenwirkungen, wie Appetitlosigkeit, metallischer Geschmack, Magendruck, übelkeit, Blähungen oder auch Durchfällen reduziert. Nicht angewendet werden darf Metformin bei eingeschränkter Nierenfunktion, Leberschäden oder Herzschwäche.

STUFE 3 (KOMBINATION ZWEIER ORALER ANTIDIABETIKA ODER LNSULINTHERAPIE)

Lässt sich mit einem oralen Antidiabetikum der HbA1c-Wert innerhalb von 3 bis 6 Monaten nicht normalisieren, folgt Stufe 3:
Es werden verschiedene Medikamente miteinander kombiniert, um eine hinreichende Blutzuckersenkung zu erreichen. Dabei empfehlen sich Substanzen, deren Wirkungen sich gegenseitig ergänzen. In der Regel wird dabei Metformin als Kombinationspartner beibehalten und zusammen mit einem anderen oralen Antidiabetikum einer anderen Substanzklasse verabreicht.

STUFE 4 (INTENSIVIERTE INSULIN- UND KOMBINATIONSTHERAPIEFORM)

Kann auch mithilfe der Therapie der dritten Stufe der HbA1c-Wert nicht abgesenkt werden, wird in Stufe 4 eine intensivierte Insulin- und Kombinationstherapieform eingeleitet. Das bedeutet, dass Insulin der Eckpfeiler der Therapie ist und verschiedenen Insuline, eventuell in Kombination mit anderen Antidiabetika verabreicht werden. Die Insulingabe wird dabei in zwei Komponenten aufgeteilt: Einmal ein unabhängig von den Mahlzeiten verabreichtes Insulin sowie ein zusätzlich mahlzeitenabhängig verabreichtes Insulin.